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Ich bin richtig stolz auf das Team - Grizzly-Präsident Dino Noth im Interview...


Wochenlang war die Sportstätte am Zeisigweg verschlossen. Es herrschte eine drückende Stille. Corona-bedingt war die Sporthalle der Johannis Grizzlys wie ausgestorben. Das änderte sich aber, als die bayerische Staatsregierung die ersten Lockerungen aussprach. Von daher kam wieder Leben in die Bude. Mit der Wiederaufnahme des Kontaktsports ist es eigentlich fast so, als würde es das Corona-Virus nicht geben. Trotzdem bleiben die strengen Auflagen. Die Hygiene- und Schutzbestimmungen müssen weiterhin eingehalten werden. Für Dino Noth, Präsident der Johannis Grizzlys, war es ebenfalls eine schwere Zeit.

Hat diese Pandemie auch für Sie als Präsident schlaflose Nächte bereitet?

Noth: Sowohl als auch. Während des Lockdowns war es nicht immer einfach, aber da waren wir als Team da. Wir haben in dieser wohl schlimmsten Phase unseres Vereinsbestehens zusammengehalten. Das war sehr beruhigend. Wir stehen nie alleine da, sondern ziehen immer an einem Strang.

Wie groß ist der Zusammenhalt der gesamten Johannis Grizzly-Familie während der Corona-Krise?

Noth: Was wir in den vergangenen Wochen und Monaten alles bewerkstelligt haben, ist total stark. Auf und neben der Matte ist viel passiert: Matthias Baumeister hat sich mit dem Online-Training mächtig ins Zeug gelegt, hat stundenlang damit verbracht, die Einteilungen für die Ringer zu erstellen. Wir haben beispielsweise auch die Geschäftsstelle personell verstärkt und Tanja Gerlach hat eine neue Sponsorenmappe entworfen. Ich bin richtig stolz auf das Team.

Der SV Johannis hat sich in der Corona-Krise mit Franziska Schramm als neue Geschäftsstellenleiterin verstärkt. Macht sich das schon jetzt bemerkbar?

Noth: Sie hat sich bei den Lockerungen ganz intensiv um die Hygiene-Maßnahmen gekümmert. Sie hat geschaut, was wir alles an Utensilien brauchen, damit wir dieser Lage auch Herr werden. Es ist großartig, dass wir sie haben. Alleine hätte ich das alles nicht geschafft.

Welche Schwerpunkte setzen Sie momentan im Verein?

Noth: Wegen der Corona-Krise lagen die Tätigen für den Förderverein brach. Derzeit legen wir den Schwerpunkt auf die Mitgliedergewinnung. Franziska Schramm das Programm der Kursangebote umgekrempelt und ausgebaut. Alle sind hier vollauf begeistert. Das spornt alle in ihrem Tun für den Verein an. Ich sehe mich als Antreiber und Motivator, nicht nur in der Corona-Krise.

Nimmt das Ringen aber trotzdem eine gewichtigere Rolle ein als sonst?

Noth: Ja, definitiv. Wir sind aus meiner Sicht an einem Punkt angekommen, wo wir schon 2013 waren, als es darum ging, dass das Olympische Komitee unseren Ringkampfsport von der Liste streichen wollte. Auch jetzt – zu Zeiten von Corona – müssen wir um unsere Sportart kämpfen denn je. Wir müssen es schaffen, weiterhin im Fokus und im Gespräch zu bleiben.

Was die Bundesliga-Saison angeht, gibt es weder eine Zu- noch eine Absage. Wie ist denn Ihre Tendenz?

Noth: Ich hoffe, wir können spätestens im Oktober vor Publikum, vor unseren tollen Fans unseren Sport mit Begeisterung ausüben. Von daher ist es enorm wichtig, dass es für die Ringer in irgendeiner Form eine Runde gibt. Dafür werden wir alles Erdenkliche tun. Doch zum jetzigen Zeitpunkt kennen wir nicht einmal die Auflagen. Wir stellen uns dann auch noch die entscheidende Frage, ob wir das alles überhaupt stemmen können. Die große Unbekannte steht uns ja noch bevor: Was kommt nach den Sommerferien? Kommt gar eine zweite Welle? Ich sehe auch folgendes Problem: Die Bundesländer machen für sich unterschiedliche Regelungen, was zur Folge hat, dass du dort ringen kannst und da vielleicht nicht. Es bleibt sehr spannend.

Macht sich die Corona-Krise schon finanziell bemerkbar?

Noth: Gewiss. Wir haben sicherlich Einbußen. Wir zahlen weiterhin für unsere Busse. Die monatlichen Fixkosten bleiben nicht aus. Wenn wir heuer keine Einnahmen generieren, schaut es schlecht aus. Kein Verein war auf die Corona-Krise vorbereitet. Und keiner hat so viel Geld auf der Habenseite, um hier gut durch die Krise zu gelangen. Von daher wünschen wir uns auch eine kleine, abgespeckte Runde.

Macht der DRB Ihrer Auffassung nach alles richtig in der Corona-Krise?

Noth: Der DRB kämpft um Kopf und Kragen. Präsident Manfred Werner rührt die Werbetrommel für eine Saison in der Bundesliga. Gibt es keine Runde, dürfte sich die Lage extrem verschärfen. Ich bin der Auffassung, dass der Verband die Vereine zu Beginn der Pandemie im Regen stehen gelassen hat. So eine Krise ist für alle nicht einfach. Das gebe ich zu. Was ist richtig und was ist falsch? Doch ich hätte mir eine bessere und intensivere Zusammenarbeit gewünscht.

Wie reagieren denn Ihre Sponsoren? Halten Sie den Grizzlys weiterhin die Treue?

Noth: Wir haben noch nicht mit allen unseren Sponsoren und Gönnern gesprochen. Es wäre nicht in Ordnung, wenn wir hier so einfach hineingrätschen. Das ist ein sensibles Thema, da brauchen wir auch etwas Fingerspitzengefühl. In den kommenden Wochen werden wir uns aber konkret dieser Sache annehmen. In anderen Sportarten geht es um viel höhere Summen als bei uns. Von daher müssen wir auch erst einmal die Entscheidung des DRB abwarten, nachdem sie den Fragenkatalog ausgewertet haben, in welcher Form die Saison 2020/2021 überhaupt stattfindet.

Bild: Präsident Dino Noth © Thomas Hahn

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